Die Supervulkane des Mars
Schon seit geraumer Zeit vermuten Geologen auf dem Mars einen neuen Vulkanismus-Typ. Während schon seit längerer Zeit Schildvulkane wie der Olympus Mons erforscht werden, soll nun auch eine andere Art von Vulkanismus auf dem Mars entdeckt worden sein. Hierbei handelt es sich um im Untergrund verborgene Supervulkane. Erste Hinweise darauf gab es in der nördlich gelegenen Region Arabia Terra. Die dort aufzufindenden großen Krater bilden sieben weitestgehend runde Senken, welche einen Durchmesser von bis zu 100 Kilometer haben können. Während am Anfang der Forschung noch daran gedacht wurde, dass es sich hierbei um Einschlagskrater handeln könnte, wiesen immer mehr Details im Laufe der Zeit auf Vulkanismus als Ursprung hin. Vermutlich handelt es sich bei diesem Formationen, um die eingestürzten Calderen von Supervulkanen. Als Anführung für ihre Vermutung nutzen die Wissenschaftler die in der Region vorkommenden Ascheschichten. Diese Schichten sinken in ihrer Mächtigkeit von einem Kilometer, in 250 Kilometer Entfernung vom Vulkan, auf zumindest 100 m in ungefähr 3.400 Kilometern Entfernung. Aus diesen Daten lässt sich ein Auswurf von 7,5 bis 15 Millionen Kubikkilometer Asche und diversem anderen Vulkanmaterial errechnen. Die Ausbrüche fanden wahrscheinlich noch in der jungen Phase des Mars statt. Die geförderte Magma dürfte in der Menge, der des Olympus Mons entsprechen. Um einen Vergleich zu Erde zu ziehen, könnte man die Sibirischen Trapps betrachten, welche aufgrund der Flutbasalt-Eruptionen vor rund 250 Millionen Jahren entstanden sinf. Von diesem Event ist heute noch Vulkanmaterial von 1,7 Millionen Kubikkilometer erhalten. Die freigesetzten Gase, welche durch die vielen Male der Explosionen dieser Vulkane ausgeschleudert wurden, könnten sogar einen entscheidenden Effekt auf das Klima des Mars gehabt haben. Quelle: doi: 10.1029/2021GL094109

Unbekannter gepanzerter Gigant des Kambriums
Paläontologen haben eine neue Art im Burgess-Schiefer, einer weltberühmten Fossillagerstätte, welche sich in den Rocky Mountains von Kanada befindet, erforscht. Es handelt sich bei den zwölf vorhandenen Fossilen um Überreste von Titanokorys gainesi. Dieser Meeresbewohner misst rund einen halben Meter Körperlänge. Er entstammt der Zeit des mittleren Kambrium (ca. 500 Millionen Jahre). Bei dem urzeitlichen Räuber handelt es sich um einen Gliederfüßer, welcher der Ordnung der bereits ausgestorbenen Radionten zugeordnet werden kann. Neben seiner beachtlichen Größe von rund 50 Zentimetern ist auch sein ausgeprägter langer Kopfpanzer ein Augenmerk für die Wissenschaftler. Dieser bedeckte das Tier nämlich zu ca. 75 %. Da er den Radionten zugeordnet wird, hatte wahrscheinlich auch ein rundliches Maul, welches rundum mit Zähnen bestückt war. Zwei Fangarme halfen den Tieren vermutlich dabei ihre Beute zu fangen und schließlich in genau dieses Maul einzuführen. Ähnlich zu den heutigen Gliederfüßern besaß auch Titanokorys gainesi bereits Facettenaugen. Es ist aufgrund seines Auftretens und seiner Körpermerkmale davon auszugehen, dass sein bevorzugtes Habitat der Meeresboden war. Verhältnismäßig zur heutigen Zeit scheint seine Größe zwar eher mäßig auszufallen, jedoch ist das Tier für kambrische Verhältnisse schon ein großes Tier. Nur wenige Tiere, wie die Gattung Anomalocaris, welche derselben Ordnung angehören, konnten mit einer Körperlänge von 60 bis 100 Zentimetern nochmal etwas größer werden. Link: https://www.spektrum.de/news/burgess-schiefer-gepanzerter-gigant-aus-dem-kambrium/1920835
Pyrit „Katzengold“ enthält doch echtes Gold
Das Mineral Pyrit, welches einigen Sammler, Experten aber auch fachfremden Leuten als „Katzengold“ bekannt sein sollte, wurde bereits vor einigen Jahrhunderten von Händlern als echtes Gold verkauft. Zwar wusste zum damaligen Zeitpunkt kaum einer, dass es sich hierbei nicht um echtes Gold handelt, heutzutage lassen sich die Mineralien jedoch aufgrund einfacher Faktoren, wie der Strichfarbe oder auch das stark unterschiedliche Gewicht unterscheiden. Grund für die rege Nachfrage war, dass Gold damals noch mehr als heute, als Prestigeobjekt galt, welches hauptsächlich den Reichen und Adeligen in Form von Schmuck vorbehalten war. Das einzige wirkliche Gold, welches im Pyrit nachgewiesen werden konnte, war neben dem Element Kupfer lediglich in Form von Nano-Partikeln vorhanden. Jedoch fanden Forscher an der australischen Universität Perth erstaunliches. In den untersuchten Pyriten lagen Kristalldefekte vor in denen echtes Gold vorkommt. Zwar ist die vorhandene Menge an Gold immer noch niedrig, allerdings wurde hier eine Mengengrenze überschritten, die die Industrie aufmerksam gemacht hat. Das hier vorhandene Gold ist zwar wenig im Verhältnis zum Pyrit, allerdings ist Pyrit so massenweise vorhanden, dass sich dieser als zukünftige Gold- oder auch evtl. Kupferquelle eignet. Mit einer selektiven Auslaugung, also einer Trennung durch Flüssigkeit, ist eine recht simple Differenzierung der beiden Materialien möglich. Das Katzengold oder auch Narrengold macht seinem Namen somit doch noch alle Ehre. Quelle: Doi: 10.1130/G49028.1
Moorbrände setzen weniger klimaschädliche Gase frei als gedacht
In den nördlichen Breiten kam es in den letzten Jahren aufgrund des fortschreitenden Klimawandels, immer öfter zu Großbränden in Mooren. Im Regelfall geht damit eine große Freisetzung von Kohlenstoffdioxid in die Luft einher. Teile dieser Biomasse lösen sich allerdings nicht in Luft auf, sondern bleiben unter Luftabschluss verkohlt zurück. Forscher der Universität Tübingen haben in Zusammenarbeit mit Kollegen der der Cornell University in den USA neue Entdeckungen gemacht. Sie fanden heraus, dass durch diese verkohlten Torflandschaften langfristig 13 bis 24 Prozent weniger Methan in die Atmosphäre freigelassen wird. Zwar gelten Moore als gute CO2-Speicher, jedoch haben sie genau den gegenteiligen Effekt, bei ihrer Verbrennung. Um dies besser zu untersuchen, haben die Forscher Proben von Moorböden und verkohlter Biomasse erforscht. Hierbei wurden zwei wichtige Erkenntnisse erlangt. Zum einen bindet die verbrannte Biomasse den Kohlenstoff besser, wodurch er nicht so gefährlich ist. Außerdem nimmt die verkohlte Biomasse mehr Elektronen auf, welche die Bakterienpopulation steigen lässt, Oxidationsprozesse anregen und somit die Methanproduzenten zurückdrängen. Allerdings ist diese Nachricht nur bedingt gut. Trotz alle dem setzen Moorbrände weiter viele Treibhausgase wie CO2 frei. Allerdings sollten die hier gewonnen Erkenntnisse für die zukünftigen Klimamodelle berücksichtigt werden. Quelle: https://doi.org/10.1038/s41467-021-24350-y
Gebrauch von Steinwerkzeugen: Schimpansen leben vor der Steinzeit
 Eine Studie des Zoos in der norwegischen Stadt Kristansand und das Chimfunshi Wildlife Orphanage, eine Schutzstation in Sambia, zeigten bereits vor einigen Jahren, dass es Schimpansen nicht möglich sei, spontan scharfkantige Steinwerkzeuge herzustellen oder sie gar zu nutzen, wenn sie ihnen vorgelegt worden sind. Unter der Leitung von Dr. Claudio Teenie, dem Leiter des Projekts STONECULT an der Universität Tübingen, wurde das Experiment von Dr. Elisa Bandini und Dr. Alba Motes-Rodrigo durchgeführt. Das Benutzen selbst erstellter scharfer Werkzeuge ist vom Menschen seit rund 2,6 Millionen Jahren bekannt. Bisher konnten jedoch lediglich Erfolge erzielt werden, wenn die Menschenaffen kultiviert, also vom Menschen aufgezogen und trainiert und man ihnen die Herstellung und Nutzung solcher Werkezeuge nähergebracht hat. In der neuen durchgeführten Studie gab man untrainierten Schimpansen zwei verschiedene verschlossene Behälter. Beide hatten, durch eine Plexiglasscheibe ersichtlich, Futter als Belohnung inne. Als Material wurde den Tieren hierbei ein Steinkern und Hammersteine zur Verfügung gestellt. Trotz dessen, dass die Tiere realisierten, dass es sich um Futter in den Behältnissen handelte, wurde kein Versuch ihrerseits unternommen, Werkzeuge in irgendeiner Form sinnvoll zu nutzen. Die Forscher nehmen an, dass das gewünschte Ergebnis nur dann erfolgt wäre, wenn die Tiere es sich hätten abgucken können. Da sich die Linie der Menschenaffen und Menschen vor rund 7 Millionen Jahren aufgespalten hat, kann daraus geschlussfolgert werden, dass die Schimpansen vom Können her noch vor der Steinzeit stecken und dass sich die notwendigen Fähigkeiten, um solche Werkzeuge bedienen zu können, erst im Laufe der menschlichen Evolution herauskristallisiert haben. Quelle: https://open-research-europe.ec.europa.eu/articles/1-20/v2
Santorin-Vulkan wird durch Meerwasser beruhigt
Die Inseln der griechischen Sanatorin-Gruppe befinden sich rund 120 Kilometer nördlich der Insel Kreta. Dieses Archipel dient vielen Touristen als Urlaubsort. In der Mitte dieser Inselgruppe befindet sich eine Caldera, also eine eingestürzte Magmakammer. Sie gehört zu einem bis heute aktiven Vulkan. Forscher gehen nun davon aus, dass die Ausbrüche des Vulkans in den letzten 360.000 Jahren maßgeblich durch den Meeresspiegel beeinflusst worden sind. Hierzu erforschten Wissenschaftler aus England die aus sedimentären Ablagerungen und historischen Aufzeichnungen hervorgegangenen Vulkanausbrüche und ihren Bezug zu dem in den letzten 360.000 Jahren schwankenden Meeresspiegel. Hierbei konnten 208 der 211 Ausbrüche Phasen zugerechnet werden, in denen ein durch die vergangene Eiszeit ein eher niedriger Meeresspiegele dominierte. Hier lässt sich ein gewisses Bild durch die Forscher erkenne. Die in 4 Kilometern Tiefe liegende Magmakammer scheint, durch die vom Meerwasser herrschende Auflast kontrolliert zu werden. Sinkt der Meeresspiegle ab und der Druck auf die Kammer lässt nach, können sich Risse bilden, welche das Magma nach oben an die Erdoberfläche treiben. Ein 40 Meter niedrigerer Meeresspiegel würde laut neuesten Berechnungen bereits die Anzahl der Vulkanausbrüche fördern. Während der Eiszeit sank der Wasserspeigel des Mittelmeeres zeitweise um 110 Meter ab. Dies korrelierte mit einem besonderes starken Ausbruchverhalten. Auch wenn der Klimawandel eher einen Meeresspiegelanstieg fördert, lassen sich gewaltige und stark explosive Ausbrüche in Zukunft wahrscheinlich trotzdem nicht verhindern. Obwohl dem Vulkan bereits seit 10 Jahren eine neuer Ausbruch nachgesagt wird, ist bis heute zum Glück noch nichts geschehen. Da sich 57% der Vulkane in Meeren oder an küstennahen Gebieten befinden, kann diese Erkenntnis für zukünftige Ereignisse genutzt werden.
Link:https://www.wissenschaft-aktuell.de/artikel/Meerwasser_zaehmt_Santorin_Vulkan1771015590901.html Doi: https://doi.org/10.1038/s41561-021-00783-4
Neues Grundwasservorkommen unter dem Meeresboden vor Malta entdeckt
Grundwasservorkommen halten sich in einigen Regionen der Erde aufgrund von z.B. geringen Niederschlagsmengen in Grenzen. Daher wird immer nach neuen Quellen gesucht. Bereits seit einiger Zeit sind submarine Grundwasservorkommen, wie die von der Ostküste der USA, bekannt. Nun wurde von einem Forschungsteam vor der Küste Maltas ein neues submarines Süßwasservorkommen entdeckt. Anomale Leitfähigkeitswerte in 100 bis 200 Meter unterhalb des Meeresgrundes weisen auf eine Kalksteinschicht hin. Diese Schicht besitzt eine Mächtigkeit von mehr als 60 Metern und hat in ihren Poren, entgegen der ersten Annahmen, kein Salzwasser, sondern Brack- oder Süßwasser gespeichert. Da keine direkte Verbindung zwischen dem Grundwasser von Malta und dem in der Kalksteinschicht befindlichen Wasser hergestellt werden konnte, wurde eine andere Theorie zur Entstehung hergeleitet. Wahrscheinlich sammelte sich das Wasser durch Regenergüsse im Gestein. Vor rund 20.000 Jahren befand sich die Gesteinsschicht nämlich noch über dem Meeresspeigel. Dieser war zum damaligen Zeitpunkt aufgrund der vorherrschenden Eiszeit deutlich tiefer als heute. Solche Quellen werden als zukünftige Wasserressource diskutiert. Im Fall von Malta, würde sich laut Expertenmeinung eine Abtragung sogar in gewisser Weise lohnen, auch wenn diese Art des Wasserentzugs nicht nachhaltig wäre. Link: https://www.forschung-und-wissen.de/nachrichten/geologie/grundwasservorkommen-vor-malta-unter-dem-meeresboden-entdeckt-13375265 Doi: 10.1029/2020GL091909

Verzierte Knochen von Neandertalern aus dem Harz sind mehr als 50.000 Jahre alt
Seit den ersten fossilen Überresten der Neandertalers, welche Anfang des 19. Jahrhunderts gefunden wurden, nahmen Wissenschaftler an, dass es sich schlicht um primitive Vormenschen handele. Neue Funde aus dem Harz steuern dieser Aussage jedoch entgegen. Während die Herstellung effektiver Waffen und Werkzeuge schon lange beim Neandertaler bekannt sind, wurde ihnen andere geistige Fähigkeiten weitestgehend abgesprochen. Im Jahr 2019 jedoch, gelang es Forschern eine Kulturschicht im Eingangsbereich der im Harz befindlichen Einhornhöhle zu finden. Bei dem Sensationsfund dieser Bergung handelt es sich um einen Fußknochen. Dieser Knochen gehörte einst zu einem Riesenhirsch (Megaloceros giganteus). Dies allein ist jedoch nicht das Besondere. Einzigartig ist das aus sechs Kerben bestehende, winkelartige Muster, welches auf dem Knochen eingeritzt wurde. Vermutlich wurde sich für ein solches Tier entschieden, da es aufgrund seiner riesigen Geweihschaufel sehr eindrucksvoll wirkt. Forscher machten sich die Mühe anhand von Rinderknochen nachzustellen, welchen Arbeitsaufwand für ein solches ”Kunstwerk” nötig war. Der Knochen musste scheinbar zuerst einmal gekocht und anschließend rund 1,5 Stunden bearbeitet werden. Mit Hilfe der Radiokarbonmethode konnten die Knochen auf über 51.000 Jahre datiert werden. Die ist somit das erste von Neandertalern verzierte Objekt, welches verlässlich datiert werden konnte. Die einzigen Funde aus dieser Richtung stammen aus Frankreich und sind auf ca. 4000 Jahre datiert. Hierbei handelt es sich jedoch wahrscheinlich um Nachahmungen des Neandertalers vom modernen Menschen. Dieser Fund jedoch zeigt, dass der Neandertaler, scheinbar früher als der Homo sapiens im Verbreitungsraum von Europe, in der Lage war kreativ zu denken. Die Funde der Einhornhöhle stellen aufgrund ihres Erhaltungszustandes generell ein gutes Klima- und Umweltarchiv da. Link: https://www.myscience.de/news/2021/neandertaler_im_harz_verzierte_knochen_bereits_vor_mehr_als_50_000_jahren-2021-FUB